00:06
Verbrechen von nebenan. True Crime aus der Nachbarschaft.
00:18
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Verbrechen von Leben an und herzlich willkommen. Ich rolle akustisch den roten Teppich aus für die große Diva des deutschen Fernsehens Ralf Morgenstern. Menschenskind Philipp Leiter, dass ich hier mal sitze. Ich freue mich sehr, sehr, sehr. Ich freue mich auch. Du bist Schauspieler. Ich habe dich schon auf der Bühne gesehen in Berlin. Du bist Sänger, du bist Moderator. Einige kennen dich vielleicht noch von Kaffeeklatsch bzw. Blond am Freitag im ZDF.
00:47
Und wir haben uns kennengelernt bei der aktuellen Staffel von Die Verräter, wo wir beide als Kandidaten dabei sind. Und ich habe es dir ja schon hinter den Kulissen gesagt, das war für mich echt ein ganz, ganz toller Moment, weil du, soweit ich weiß, der erste schwule Mann warst, den der kleine Philipp damals im Fernsehen gesehen hat.
01:03
Das ist doch für mich eine Ehre. Guck mal, und aus dir ist doch was geworden.
01:08
Also ich meine... So, und hat das schon mal funktioniert?
01:12
Das stimmt. Du hast mich nicht verdorben in der Richtung. Nein. In dem Fall, über den wir heute sprechen, geht es sehr viel ums Lügen und man könnte sagen, dass du mich auch ziemlich gut angelogen hast, Ralf.
01:27
Ich muss jetzt nochmal eben vielleicht zum Verständnis der Zuschauer sagen, ja, habe ich in einem Spiel. Und da ging es darum, dass ich das sollte. Das gehört zu dem Spiel dazu. In dem du übrigens auch sehr, sehr toll gespielt hast. Und ich wäre im Leben nicht drauf gekommen, weil ich dachte wirklich, du warst dann auch so...
01:51
Unschuldig, unverbindlich. Unschuldig, aber nicht unverbindlich.
02:00
Unschuldig vielleicht, aber unverbindlich bist du zum Glück nicht. Ich war ja fest davon überzeugt, dass du zum Verräter nominiert warst.
02:09
Ja, turns out, du bist derjenige, der dann zum Verräter nominiert wurde. Aber ohne jetzt zu viel zu spoilern, die Frage, hat es dir Spaß gemacht, dieses Spiel zu spielen auf der anderen Seite?
02:21
Naja, nein, mir hat also erstmal das Loyale sehr viel Spaß gemacht und ich habe gemerkt, dass man als Loyaler doch auch...
02:32
ziemlich viel lügen muss, um weiterzukommen, weil man ja, man kann die Verräter ja nicht analysieren.
02:41
Also das ist ja auch clever gemacht, das ist ein super tolles Konzept und ich bin ja wirklich Fan der ersten Stunde und ich habe sofort gesagt, also wenn ich da mal eine Anfrage kriege, ich mache da sofort mit.
02:55
Und ich würde es auch wieder tun, ehrlich. Ich auch.
02:56
Ich würde es wieder tun und obwohl es sehr anstrengend ist, obwohl man wirklich an seine Grenzen geht und nicht nur an seine psychischen, sondern auch an seine physischen Grenzen oft.
03:10
Trotzdem würde ich es wieder machen, weil es mir in diesem Sinne ein diebisches oder verräterisches Vergnügen bereitet, dieses Gesellschaftsspielen, nenne ich es jetzt mal, zu spielen.
03:25
Ja, also wenn ihr euch das angucken wollt, also ob ich es schaffe, den Ralf beim Lügen zu erwischen... Ihr seht das ab dem 17. August um 20.15 Uhr beim RTL und natürlich im Stream auf RTL+. Ich kann aber auch nur sagen, es hat mir großen, großen Spaß gemacht. Und was auch immer da passiert, ich habe Ralf längst verziehen. Wir waren schon zusammen in Berlin aus danach. Also deswegen ist es alles gut.
03:49
Ich erwarte nicht, dass du mir verzeihst, weil ich sehe das wirklich als ein Spiel. Da bin ich eben auch mehr Schauspieler als Podcaster.
04:03
Für mich ist es auch ein Spiel. Ich glaube aber, dass es in dieser Staffel einige Leute geben wird, die das nicht so leicht verzeihen können. Wie du schon gesagt hast, es war eine Extremsituation, glaube ich, für uns alle. Und für die Zuschauerinnen und Zuschauer wird es, glaube ich, ein sehr großes Vergnügen, weil es ist wirklich alles dabei. Das können wir sagen.
04:20
Und ich muss auch nochmal dazu sagen, da komme ich nochmal auf, Mensch, ärgere dich nicht. Meine Tante Marianne, die hat mir auch nie verziehen, wenn ich gewonnen habe.
04:30
Okay, ja gut. Wir wollen heute auch über die Verräter reden, aber nicht nur. Ich habe dir einen Fall mitgebracht, über den wir jetzt sprechen, wo es eben auch sehr viel ums Lügen geht. Inhaltswarnung an dieser Stelle. Wir sprechen kurz oder streifen die Themen Suizid und auch plötzlichen Kindstod. Wenn euch diese Themen belasten, dann überspringt diese Folge lieber oder hört sie nicht allein. Ich habe außerdem alle Namen geändert. Ralf, bist du bereit?
04:59
Ich bin bereit, finde den Fall, den du mitgebracht hast, auch sehr spannend, verwirrend und bin bestürzt, aber ich weiß natürlich, dass es sowas gibt.
05:13
Ja, und das hören wir uns jetzt gemeinsam an.
05:17
Ursula Trautmann ist eine Frau, die so leicht nichts erschüttert. Die Diplom-Ingenieurin ist Ende 50, hat klare blaue Augen und einen energischen Gang. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie in einer kleinen Stadt in Mecklenburg-Vorpommern eine Spedition, die sie sich zusammen aufgebaut haben. Die beiden verbringen seit 40 Jahren Tag und Nacht zusammen. Doch dann stirbt im Sommer 2017 ihr Mann an Krebs. Ich war total handlungsunfähig, erinnert sie sich später. Ich habe drei Tage gar nichts gemacht.
05:48
Ihre Buchhalterin empfiehlt ihr dann einen Bestatter aus dem Ort. Um die Details der Beerdigung sollen sich die Kinder kümmern. Kurz darauf lernt Ursula den Bestatter persönlich kennen. Es ist ein schlanker Mann, Anfang 40., Mit vollen dunklen Haaren und einem ausdrucksstarken Gesicht, das ein bisschen an das von Hollywoodstar Bradley Cooper erinnert. Seine Stimme ist ein sanfter Bass, als er sich als Enrico Bruns vorstellt. Der Bestatter kommt abends bei Ursula zu Hause vorbei, weil er mit ihr noch etwas wegen der Urne ihres verstorbenen Mannes klären will.
06:22
Ursula lässt ihn hinein. Er bekundet der Witwe sein Beileid und nimmt sie direkt in den Arm, obwohl sie sich vorher noch nie gesehen haben. Das fand ich total daneben. Aber nachher, wo ich alleine war, dann war das schön, wird sich Ursula später erinnern. Mehr als zwei Stunden reden die beiden an diesem Abend. Es geht viel um Organisatorisches, aber auch um Privates.
06:45
Nach der Beerdigung sehen Ursula und Enrico sich wieder, als er ihr die Rechnung und die Sterbeurkunde ihres Mannes mitbringt. Wieder reden die beiden lange miteinander und der Bestatter erzählt Ursula, dass er viele gemeinsame Bekannte mit ihrem verstorbenen Mann hatte. Er tat so, als wenn er zur Familie gehört, so beschreibt Ursula das später. Dieses Mal ist es Ursula, die Enrico nach einer Umarmung fragt. Doch diese Berührung fühlt sich für sie irgendwie anders an. Als sie den Bestatter darauf anspricht, antwortet der ihr, dass es ihm genauso geht.
07:18
In ihrer Trauer stürzt Ursula sich in ihre Firma, arbeitet jeden Tag zehn bis zwölf Stunden. Bloß nicht allein sein, bloß nicht nachdenken. Und doch muss sie abends irgendwann aus dem Büro zurück in die leere Wohnung. Und dann ist sie froh, wenn jemand da ist, ihr zuhört, sie aufmuntert. Dieser jemand ist Enrico Bruns, der Mann, der Ursulas Ehemann beerdigt hat. Irgendwann im Juni 2017 verschwimmen die Grenzen zwischen beruflich und privat. Uns Enrico wird, wie Ursula selbst sagt, zu ihrer einzigen Bezugsperson.
07:53
Er schreibt ihr Nachrichten wie, es ist was Schönes zwischen uns. Oder ich möchte, dass du mir immer sagen kannst, wenn du meine Nähe haben möchtest. Auf Ursula wirkt der Anfang 40er liebevoll und fürsorglich. Sie hofft auf mehr. Ja, Ralf, hast du schon eine Ahnung, in welche Richtung sich das hier entwickeln könnte? Ja, nenn mich die Seherin. Natürlich schwant mir Böses.
08:25
Also das ist auf jeden Fall zutreffend. Nach einigen Monaten fragt Enrico Ursula zum ersten Mal nach Geld. Und da sind wir bei dem Bösen, was dir gerade schon geschwarrt ist. Natürlich bekomme sie alles zurück, versichert er der Unternehmerin immer wieder. Und Ursula leiht ihm das Geld gerne. Schließlich ist der Bestatter so freundlich und vor allem fleißig. Er hat einfach nur kein Händchen für Geschäfte, denkt sie.
08:52
Auch als er ihr das erste Darlehen nicht wie versprochen zurückzahlt, sondern sie stattdessen sogar nach mehr Geld fragt, wird sie nicht misstrauisch. Zu dem Zeitpunkt war ich vollkommen blind. Ich kann es nicht beschreiben. Er hat mir plausible Gründe genannt und für alles eine Ausrede gehabt, erklärt Ursula später.
09:11
Insgesamt wird Ursula Trautmann Enrico Bruns 141.351,76 Euro geben.
09:20
Dafür löst Ursula sogar einen Fonds auf, der für den Hausbau ihres Sohnes gedacht war. Irgendwann riskiert die Spediteurin sogar, dass ihre Firma pleite geht, weil sie auch von dort immer neues Geld für Enrico Bruns herbeischafft. Ich war wie unter Hypnose, wird sie später sagen. Ursula ahnt nicht, dass sie nur eines von vielen Opfern von Enrico Bruns ist.
09:44
Das ist schon krass, so viel Geld, oder?
09:48
Natürlich. Ich kann die Frau aber verstehen. Wir Menschen sind ja so gepolt, dass wenn sich jemand um uns kümmert...
10:03
der Partner dann auch nicht nur die Emotionen sind, sondern dann auch finanzielle Unterstützung bekommt. Man denkt ja, danach ist es gut.
10:13
Ja, das ist ja genau der Punkt. Sie hat halt gedacht, wenn sie ihm jetzt ein bisschen aushilft, dann kriegt er das mit seiner Firma hin und dann wird das weiter super laufen.
10:21
Und sie hat eventuell eine tolle Partnerschaft.
10:24
Genau, das ist das, worauf sie eben gehofft hat. Und bevor wir jetzt dazu kommen, was Enrico Bruns noch so alles gemacht hat, und ich kann schon mal sagen, dass es wirklich heftig wird, möchte ich dir ein bisschen mehr über ihn erzählen. Enrico Bruns wird 1974 geboren. Nach seinem Schulabschluss macht er eine Ausbildung zum Tischler. Danach hängt er noch eine Schlosserlehre hintendran. Doch in beiden Jobs wird er niemals arbeiten. Stattdessen wird Enrico Altenpfleger. Er heiratet und bekommt mit seiner Ehefrau zwei Kinder.
10:55
1998 nimmt er einen hohen Kredit auf, um für seine Familie ein Haus zu kaufen. Doch 2001 scheitert die Ehe. Enrico kann die Raten nicht mehr bezahlen. Die Bank lässt das Haus zwangsversteigern. Zu diesem Zeitpunkt belaufen sich seine Schulden je nach Quelle auf 250.000 bis 380.000 Euro.
11:16
Doch nach außen lässt sich Enrico Bruns nichts anmerken. Er tritt fast immer in eleganten Anzügen auf. Vor seinem großen Haus stehen die teuersten Autos. Ein ehemaliger Freund erinnert sich, er konnte sehr gut mit Menschen und auch sehr gut reden. Er kann Mitgefühl zeigen, aber das ist nur gespielt, damit er das bekommt, was er möchte.
11:38
Geschäftlich scheint es für Bruns damals gut zu laufen. Sein Bestattungsinstitut eröffnet Filialen in Berlin und Bayern. Die nächste Eröffnung in Hamburg ist schon geplant. Was die wenigsten wissen, seit 2012 läuft kein Konto, kein Vertrag, kein Auto und keine Immobilie mehr auf Enrico selbst, sondern auf seine beiden erwachsenen Kinder und gleich mehrere Gläubiger sind ihm auf den Fersen. Herr Bruns hat einen talenteren Menschen zu betrügen, Geld rein und wieder raus pfeffern.
12:10
Was anderes war das nicht, sagt der ehemalige Freund über den betrügerischen Bestatter. Bis 2020 werden Enrico Bruns Schulden bis auf 730.000 Euro steigen. Trotzdem macht er weiter Geschäfte und leiht sich Geld. von dem er eigentlich wissen müsste, dass er es nie zurückzahlen kann. Was die wenigsten ahnen, zwischen 2001 und 2015 wird Enrico Bruns insgesamt 13 Mal verurteilt, unter anderem wegen Betruges, Steuerhinterziehung und weil er Mitarbeitern kein Gehalt gezahlt hat.
12:43
Außerdem mietet er unter falschem Namen Baumaschinen an, ohne zu zahlen und besitzt unerlaubterweise eine Waffe.
12:50
Bis auf eine Ausnahme bleibt es bei Geldstrafen. Und die eine Ausnahme war eine Bewährungsstrafe. Also er muss nie in den Knast für die ganzen Sachen, die er macht. Enrico Bruns lernt also, dass er einfach immer weitermachen kann, ohne dass ihn jemand stoppt. Ein eigenes Konto oder auch nur ein pfändbares Einkommen hat er zu dem Zeitpunkt, als er Ursula Trautmann kennenlernt, schon lange nicht mehr.
13:13
Doch davon ahnt die Unternehmerin natürlich nichts. Sie lernt Enrico als erfolgreichen Geschäftsmann kennen, der ihr auch privat zur Seite steht. Und das bringt mich so ein bisschen zu der Frage, ob du vielleicht auch schon mal so Menschen begegnet bist, die nach außen hin total erfolgreich sind, wo aber in Wirklichkeit nichts dahinter steckt. Ich meine, das soll es ja geben in der Medienbranche.
13:35
Ja, nicht nur in der Medienbranche, aber ich habe ja nicht nur Freunde in der Medienbranche oder Bekannte. Ich weiß es nicht, ob ich da eine besonders gute oder schlechte Menschenkenntnis habe, aber ich merke meistens, obwohl ich wirklich kein misstrauischer Mensch bin, An Äußerungen. Ich wundere mich aber in der Tat bei Frau Trautmann. Es ist natürlich ganz viel Scham dabei. Und natürlich sind wir auch gesellschaftlich so geprägt, dass wir nicht gerne wollen, dass das andere wissen.
14:15
Das ist ja das Problem, dass man nicht sagt, hör mal, pass mal auf, ich habe da jemanden kennengelernt, stell dir mal vor. Und jetzt hat er mich gefragt und ich habe dem jetzt 140.000 Euro geschenkt, wo ich auch denke, what? Wem schenke ich denn jetzt einfach mal 140.000 Euro? Natürlich kriege ich da was für. Das ist ja auch toll, Liebe zu erfahren. Und wer weiß, wie das Verhältnis zu ihrem Ehemann vor der Krebserkrankung war. Das weiß ich ja auch nicht. Und dann kommt da plötzlich einer von außen, der ist nett, der ist toll, der ist sexy und dann möchte ich was mit dem haben.
14:51
Kann ja auch alles sein. Aber warum schenke ich und setze dafür auch so meine Familie mit aufs Spiel? Also das ist wirklich eine Sache, ja das ist total, also im negativen Sinne faszinierend. Das ist so eine Sache, also du weißt, dass ich ja auch jemand bin, der normalerweise gerne alles offen macht und ich ein sehr offener Mensch bin und immer dafür bin, Gespräche zu führen. Es ist immer wichtig über eigene Probleme mit entweder nicht bekannten Personen, so auf der professionellen Ebene oder eben in Selbsthilfegruppen, zu sprechen und zu sagen, pass mal auf.
15:30
Und dann kommen plötzlich andere Leute, die sagen, ja, das ist mir auch passiert. Und dann fallen einem ja schon mal 30 Steine vom Herzen, dass man sagt, okay, ich dachte ja, ich bin alleine. Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt.
15:42
Da sind wir wieder bei diesem berühmten Satz, die Scham muss die Seiten wechseln. Das ist ja nicht nur auf eben Sexualstraftaten anzuwenden, sondern auf alle Arten von Verbrechen. Wobei in dem Fall, also ich glaube, dass die Frau Trautmann zu dem Zeitpunkt noch nicht geahnt hat, was er mit dem Geld vorhat und auch noch nicht wusste, dass er vorbestraft war.
15:59
Ja, selbst wenn. Also selbst wenn sie es nicht geahnt hat. Das ist so eine Sache, da bist du in einer Situation, wo du, dann plötzlich hast du jemanden, der lügt dir das Blaue vom Himmel runter und du bist geneigt, das zu glauben, weil du fühlst dich aufgefangen. Das ist schon, glaube ich, sehr wichtig zu wissen, aber 140.000, mein lieber Herr. Gut, wer hat die? Das muss man ja auch dazu sagen, aber dieser Mann sucht sich ja diese Frauen aus, deswegen.
16:30
Ganz genau und ja, es wird später nochmal um die Frage gehen, ob sie ihm das Geld wirklich geschenkt hat oder ob sie es ihm geliehen hat, das ist ja für diesen Fall auch ganz wichtig. Kehren wir mal zurück zu der Unternehmerin Ursula Trautmann. Also kleine Erinnerung an der Stelle. Sie hat Enrico Bruns durch die Beerdigung ihres Ehemannes im Sommer 2017 kennengelernt und ihm über die Dauer von acht Monaten etwa mehr als 140.000 Euro geliehen, so sagt sie das, und nichts davon wiederbekommen, beziehungsweise fast nichts. Irgendwann 2018 klingelt dann ihr Telefon und am anderen Ende meldet sich eine Frau namens Alexandra Krüger.
17:04
Zuerst will Ursula mit dieser Fremden überhaupt nicht sprechen. Auch als Alexandra ihr erzählt, was Enrico ihr Furchtbares angetan hat, glaubt Ursula ihr nicht, will ihr nicht glauben. Es darf nicht sein, was nicht sein darf, wie sie es später selbst ausdrückt. Und jetzt ist es an der Zeit, dir und euch Alexandra Krüger vorzustellen. Alexandra ist eine junge Frau Anfang 30 mit kurzen braunen Haaren und klugen braunen Augen. Sie hat das Schlimmste erlebt, was eine Mutter erleben kann. Im Dezember 2016 findet sie ihr kleines Kind leblos in seinem Bettchen.
17:39
Der Säugling atmet nicht mehr. Alexandra, die zu diesem Zeitpunkt vom Vater des Kindes getrennt lebt, wählte sofort den Notruf. Kurze Zeit später sind Rettungsdienst und Polizei vor Ort, aber niemand kann etwas tun. Alexandras Kind ist tot. Es war wie ein schlechter Film. Man ist da, aber man steht völlig neben sich und schaut nur zu, versteht nicht, was gerade passiert, erinnert sie sich an diesen Tag. Alexandra versucht noch, ihr Kind zuzudecken, weil sie spürt, dass sein Körper langsam kälter wird.
18:12
Es ist die Polizei, die einen Bestatter dazu ruft, der sich um die Formalitäten kümmern soll. Ein schlanker, dunkelhaariger Mann im Anzug, ziemlich gut aussehend. Der Name Enrico Bruns. Auf Alexandra wirkt er wie ein Fels inmitten eines Sturms. Enrico scheint der Einzige zu sein, der sie als Mensch, als traumatisierte Mutter sieht und nicht nur als Teil von standardisierten Abläufen, die jetzt irgendwie abgearbeitet werden müssen. Der Bestatter hört ihr zu und findet mit seiner tröstenden Bassstimme genau die richtigen Worte.
18:44
Zum Abschied umarmt er Alexandra und verspricht ihr, auf ihr Kind aufzupassen. In den nächsten Tagen sehen Enrico und Alexandra sich regelmäßig und planen gemeinsam die Trauerfeier und die Beerdigung für ihr Kind. Es war da schon sehr persönlich, erinnert sich Alexandra später. Er hat viel aus seinem Leben erzählt. Enrico erzählt Alexandra zum Beispiel, dass er alleinerziehender Vater von zwei Kindern ist. ... sich ein erfolgreiches Beerdigungsunternehmen mit fünf Filialen aufgebaut hat und außerdem seine Großeltern pflegt, die auf einem Bauernhof leben.
19:17
Auch nach der Beerdigung will Alexandra nicht auf Enrico als emotionale Stütze in ihrem Leben verzichten.
19:24
Er sieht das genauso. Also treffen sich die beiden auch privat, zunächst auf freundschaftlicher Ebene. Alexandra beschreibt diese Treffen wie einen kleinen Mini-Urlaub von ihrem damaligen Leben voller Trauer, Stress und Fassungslosigkeit. Enrico strahlt Sicherheit und Ruhe aus, etwas, das Alexandra damals gut gebrauchen kann. Und irgendwann wird aus der Freundschaft mehr. Schon nach kurzer Zeit schmiedet Enrico Zukunftspläne, schwärmt Alexandra von einer gemeinsamen Zukunft auf seinem Bauernhof vor.
19:55
Alexandra geht es zunächst ein bisschen zu schnell, aber gleichzeitig fühlt sie sich geschmeichelt. Nach einem halben Jahr erklärt Enrico Alexandra, dass es Probleme in seiner Firma gibt und er fragt sie, ob sie ihm kurzfristig aushelfen kann. Er würde ihr das Geld nach zwei Monaten komplett zurückzahlen. Alexandra Krüger willigt ein und leiht Enrico Bruns insgesamt 44.000 Euro, für die sie einen Kredit aufnehmen muss. Und ich glaube, so langsam erkennen wir ein Muster bei diesem Mann.
20:26
Ja, also wir ja.
20:28
Ja, das stimmt.
20:30
Aber das ist ja auch oft so. Von außen ist das oft klarer als von innen, wenn man selber in der Situation steckt, ist es ja oft eine andere Geschichte. Er weiß dann auch genau den richtigen Moment zu packen, weil er hat ja auch Erfahrung. Und es ist ja oft so, dass wenn ein Tod eines Kindes, das natürlich auch ganz furchtbar ist. Aber wenn das mal so zwei Jahre her ist, ist die Frau wieder in einer ganz anderen Verfassung und würde auch vielleicht ein bisschen klarer denken.
21:05
Aber wenn dir sowas Schlimmes passiert, dann bist du ja offen für jeden Strohhalm.
21:12
Ich denke, das ist ja gerade, du hast es schon so ein bisschen angesprochen, das perfide, dass Enrico Bruns sich Frauen, vor allem Frauen aussucht, die gerade am Tiefpunkt ihres Lebens sind und damit natürlich emotional viel empfänglicher sind. Und ich glaube, ab dem Moment, wo die Vernunft dann irgendwann eintreten sollte, ist es sozusagen schon zu spät. Dann sind die ja schon in seinem Netz sozusagen.
21:33
Also ein sehr kluger Mann, das muss man auch dazu sagen. Natürlich ein psychisch sehr armer Mann.
21:40
Aber ich meine, er hat sich den Beruf extra gewählt. Das ist natürlich perfekt. Bestatter ist natürlich perfekt, alleinstehende Damen kennenzulernen in einer misslichen Situation, in der man und in der Frau dann auch oft ganz alleine ist und er das komplett ausnutzen kann und auch tut. Das ist ja das Schlimme daran.
22:04
Aber er hat nach der Schlosserlehre Schreiner, da hat er irgendwie gesehen, ja gut, da komme ich damit nicht klar, jetzt mache ich mal Bestatter, da kann ich beides gebrauchen, also Schreinern und auch Schlossern und vor allen Dingen lerne ich die richtige Klientel kennen.
22:21
Ja, es spricht schon einiges dafür, dass er diesen Job durchaus mit Bedacht gewählt hat. Ja, würde ich mal sagen. Als Alexandra dann nach zwei Monaten ihr Geld nicht zurückbekommen, weil das war ja das Ausgemachte, bleibt sie anfangs noch relativ entspannt. Auch da ist wieder die Gefahr, Enrico und sie sind ja ein Paar und da will man ja nicht direkt so Stress machen. Aber auch diesmal gibt es eben keinen offiziellen Vertrag über das Darlehen. Alexandra vertraut Enrico und das ist eben der große Fehler in dieser Geschichte. Und jedes Mal, wenn sie ihn nach dem Geld fragt, hat er eine passende Erklärung parat.
22:55
So schreibt er zum Beispiel, wir werden darüber reden und einen Plan machen. Kuss, ich bin in Gedanken bei dir. Auch das ist ja so eine Strategie, wenn es dann ums Geld geht, geht er so aufs Emotionale und wie er sie auch schon vorher gepackt hat. Doch irgendwann will Alexandra sich nicht mehr länger hinhalten lassen. Enrico und sie streiten immer häufiger wegen des Geldes. Und dann passiert etwas, das für die junge Frau alles verändert. Im Dezember 2017 stößt Alexandra Krüger zufällig im Internet auf einen Artikel einer Lokalzeitung mit der Überschrift...
23:29
Bestatter unter Betrugsverdacht. In dem Artikel wird über ein Bestattungshaus berichtet, das auch mit der örtlichen Polizei zusammenarbeitet. Gegen den Inhaber des Institutes laufen laut der Zeitungsrecherche gleich mehrere Ermittlungsverfahren wegen Betruges. Der Name des Mannes, Enrico Bruns.
23:49
Ich war total geschockt, erinnert sich Alexandra später in der WDR-Doku der Trauerschwindler, die ich übrigens sehr empfehlen kann zu diesem Fall. Als sie Enrico darauf anspricht, hat der auf jede Frage eine Antwort. Zuerst glaubt Alexandra ihm, doch dann sieht sie bei Facebook die Kommentare unter dem Artikel. Immer mehr Menschen schreiben dort, dass sie auch schlechte Erfahrungen mit Enrico Bruns gemacht haben. Besonders als Frau sollte man sich in Acht nehmen, schreibt da zum Beispiel jemand. Alexandra wird hellhörig.
24:19
Wieder spricht sie Enrico an, wieder versucht der, sich rauszureden. Doch spätestens jetzt ist Alexandra klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmen kann. Sie schreibt die Personen an, die die Kommentare verfasst haben und kann zuerst gar nicht glauben, was sie alles erfährt. Als erstes meldet sich Alexandra bei Steffi anders. Steffi kennt sie noch von der Beerdigung ihres Kindes. Damals hat sie beim Beerdigungsinstitut von Enrico Bruns gearbeitet. Bei ihr hofft Alexandra mehr zu erfahren. Doch was Steffi ihr schreibt, ist noch viel schlimmer als alles, was sie sich hätte ausmalen können.
24:53
Alexandra erfährt, dass Enricos Firma seit Jahren nicht mehr gut läuft. Er ist mit den Mieten für mehrere seiner Filialen im Rückstand. Außerdem hat er Ärger mit dem Gesundheitsamt, weil er Verstorbene unsachgemäß gelagert hat, ohne Kühlung in einem umgebauten Pferdestall. Ein verstorbener ukrainischer Seemann liegt dort zum Beispiel fast vier Wochen, ohne dass sich Bruns um den Leichnam kümmert. Am Ende ist vom Körper des Toten nur noch so wenig übrig, dass seine Familie nicht mehr vernünftig von ihm Abschied nehmen kann.
25:24
Doch was Steffi Alexandra dann erzählt, reißt ihr endgültig den Boden unter den Füßen weg. Enrico ist seit mehr als zehn Jahren vergeben. Seine Partnerin lebt mit seinen Kindern aus erster Ehe auf dem Bauernhof, auf den er angeblich mit Alexandra ziehen wollte. Und auch Steffi war jahrelang verliebt in ihren Chef. Die beiden hatten sogar eine Affäre. Auch ihr hat er, wie Alexandra, das Gefühl gegeben, die einzige und wichtigste Frau in seinem Leben zu sein. Aus Verliebtheit schiebt Steffi Anders hunderte unbezahlte Überstunden für ihren Chef, verdient deutlich weniger als sie müsste und macht jahrelang keinen Urlaub.
26:01
Steffis Traum zerplatzt erst, als sie zufällig von einer Polizistin erfährt, dass diese auch etwas mit Enrico hat. Ich war kreidebleich und mir war richtig schlecht. Meine ganze Welt ist zerbrochen, erinnert sich Steffi später an diesen Moment. Sie kündigte aufhin ihren Job bei Enrico und als Alexandra sie bei Facebook anschreibt, erzählt sie ihr alles, was sie weiß. Also nochmal kurz zusammengefasst, wir haben Alexandra Krüger, wir haben Steffi Anders, wir haben die Polizistin und die Frau auf dem Hof. Und Ursula Trautmann kommt dann später auch noch dazu.
26:32
Also es sind insgesamt fünf Frauen, die alle denken, dass sie die einzige für Enrico Bruns sind. Das ist schon ganz schön eklig.
26:42
Ja, das ist wohl wahr. Das ist unglaublich eklig. Und auch unglaublich eklig, dass eine Angestellte das so mitmacht. Also, dass die dann auch noch deckelt, dass da so ein alter, verwesender, ukrainischer Seemann irgendwo noch liegt. Und ja, ich meine, es ist ja so absurd, dass man darüber lachen muss. Das ist natürlich schrecklich. Es ist einfach so absurd, Also sich so lange zur Komplizin zu machen.
27:22
Also ich meine, die da gearbeitet hat, die Steffi, ist ja eine Komplizin. Ja, auf eine Art schon. Und da frage ich mich, warum? Man kann doch auch woanders sich mal mindestens vorstellen und sagen, da gibt es ein Beerdigungsinstitut, ich kündige hier.
27:37
Ich schreibe mir meine eigene Kündigung. Warum macht man das nicht?
27:41
Bei der Steffi muss man sagen, wenn man sich die Interviews mit ihr anguckt, die ist wirklich wahnsinnig verliebt in den Enrico gewesen.
27:47
Das sind ja alle. Alle Frauen sind wahnsinnig verliebt und das ist auch ein Mann, der viel Charisma hat.
27:54
Es ist natürlich immer schwer, so eine Beziehung aufzugeben und zu sagen...
27:59
Ich muss jetzt mich selber retten und muss das beenden. Das ist natürlich immer schlimm, gerade wenn noch Kinder mit im Spiel sind. Es gibt natürlich so Menschen wie Herrn Bruns, die einfach so super ankommen. Und die Gabe haben, Menschen von sich zu überzeugen.
28:23
Ja, und du hast gerade was ganz Wichtiges gesagt. Dieses Loslösen aus so einer Beziehung kann unglaublich schwierig sein. Natürlich. Und so geht es jetzt auch Alexandra in diesem Fall. Also sie erzählt natürlich ihren Freunden von dem, was sie herausgefunden hat. Und die sagen ihr genau das, was wir wahrscheinlich auch gesagt hätten, nämlich nimm die Beine in die Hand und renn.
28:42
Aber so einfach ist es eben für Alexandra nicht. Also zum einen schuldet Enrico ihr immer noch Geld und das wird sie wahrscheinlich nie zurückbekommen, wenn sie die Beziehung jetzt beendet. Und zum anderen, das ist wahrscheinlich der viel wichtigere Punkt, Alexandra hat immer noch Gefühle für Enrico. Soll sie wirklich all das, was sie sich zusammen aufgebaut haben, also ihren Traum vom gemeinsamen Leben auf dem Bauernhof, einfach aufgeben? Alexandra hat erst vor kurzer Zeit ihr Kind verloren. Soll sie jetzt auch noch den Mann verlieren, der ihr am nächsten steht? Also zumindest denkt sie das zu dem Zeitpunkt.
29:14
Also stürzt sie sich erstmal in die Recherche und versucht mehr über Enrico Bohns herauszufinden. Ich wollte einfach wissen, wie groß das alles ist, wie viele Geschädigte es gibt. Sie kontaktiert über Social Media weitere Frauen, die offenbar Opfer von Enrico geworden sind. Eine davon ist die Ärztin Susanne Bischof. Auch sie hat Enrico in der schlimmsten Stunde ihres Lebens kennengelernt. Und zwar als Susannes Ehemann, der ebenfalls Arzt ist, sich in ihrer Ferienwohnung in Warnemünde das Leben genommen hat. Susanne selbst war nicht vor Ort, sie bekommt alle Informationen von der Polizei.
29:48
Und diese empfiehlt der Ärztin auch einen Bestatter, den Susanne am nächsten Tag direkt anruft, um alles zu regeln. Sein Name, du kannst es dir denken, Enrico Bruns. Der kommt direkt persönlich vorbei und erklärt Susanne, dass es vor Ort furchtbar aussieht. Enrico berichtet ihr von einer riesigen Blutspur, die sich vom Schlaf bis zum Wohnzimmer zieht. Auch mehrere Möbel seien komplett mit Blut verschmiert. Die Ärztin ist immer noch völlig geschockt und will nicht mal daran denken, die Reste ihres verstorbenen Ehemanns wegzuwischen.
30:20
Also fragt sie Enrico, ob er vielleicht einen Tatortreiniger kennt. Dieser bietet ihr an, sich selbst darum zu kümmern. Für insgesamt 28.000 Euro will er den Tatort reinigen und auch die blutverschmierten Möbel entsorgen. Zusätzlich zu den 7.500 Euro für die Beerdigung. Susanne willigt ein. Heute verstehe ich überhaupt nicht, wie ich diese ganzen Rechnungen bezahlen konnte. Aber in dem Moment war ich da nicht aufnahmefähig, versucht sich die Ärztin später selbst zu erklären, warum sie Enrico Bruns damals mehr als 35.000 Euro zahlt.
30:54
Erst viel später, und das ist jetzt das Gemeine an der Geschichte, wird sie erfahren, dass es die Blutspur gar nicht gab, weil ihr Ehemann sich im Wohnzimmer suizidiert hat. Im Schlafzimmer kann also gar kein Blut gewesen sein. Trotzdem sind zwei Betten, die Lampen und die beiden Nachttische aus dem Schlafzimmer weg. Wahrscheinlich hat Enrico Brunzi zu Geld gemacht oder einfach selbst behalten. Das heißt, er hat dann noch eine andere Einnahmequelle, indem er einfach die Toten beklaut.
31:19
Ja, dann ist natürlich, wenn man einmal so tief in der Scheiße sitzt wie Enrico Bruns, dann wird man wahrscheinlich zu einem Nimmersatt. Also vor allen Dingen ist es ja so, er weiß, wenn das Ganze aufliegt, er hat ja nichts zu verlieren. Er lebt eben von der Hand in den Mund und immer wenn neue Investitionen getätigt werden müssen, gibt es neue Fälle.
31:48
Und dann hat er vielleicht gerade mal ein Doppelbett für seine Eltern gebraucht und hat gesagt, Kinders, guck mal hier, das habe ich euch gekauft. Neues Bett saß ja mal dran. Ja, zum Beispiel. Die Geschichte mit dem ganzen Blut und so ist natürlich auch, um sein Opfer erst mal so richtig in die Hand zu bekommen. Ja, das ist natürlich auch eine super Geschichte, also auch für eine Ärztin, die ich wieder sehr gut verstehen kann, wo ich sagen kann, das hätte ich am Ende auch so gemacht und gesagt, ich kann mich da jetzt nicht näher mit beschäftigen.
32:20
Ich möchte, dass das gemacht wird. Ich möchte es nicht sehen. Ja, und das war, glaube ich, genau der Trick. Damit konnte er sie ja fernhalten.
32:26
Der hat gesagt, das ist so schlimm, guck dir das bloß nicht an. Aber der Trick, und das ist ja noch viel schlimmer, ist ja auch die Polizei, oder nicht? Ja. Ja. Da kommen wir gleich noch zu. Dies spielt eine total große Rolle, weil man ja erstmal davon ausgeht. Das ist doch komisch. Ja, es ist. Komisch trifft es ganz gut.
32:46
Da sprechen wir später noch drüber. Was ich auch verstehen kann übrigens, was mir gerade noch einfällt, ist natürlich klar, sie sucht Verbündete. Ja, absolut. Genau. Sie sucht in ihrer Ohnmacht, sie sucht Verbündete und darum wird sie zu einer Detektivin. Ja.
33:01
Stimmt, das ist eine gute Beobachtung. Genau, es geht nicht nur um das sachlich, um die Sache aufzuklären, sondern eben auch darum, Verbündete zu finden. Und eine Verbündete findet sie auch dann wieder bei Facebook. Eine Waltraud Koch schreibt dort über Enrico Bruns, er hat Geld von mir geliehen und ich muss jetzt klagen, ich gehe seit zwei Jahren durch die Hölle.
33:21
Waltraud ist eine Frau, das finde ich ganz interessant, die auf den ersten Blick total resolut wirkt. Hinter ihrer Brille blitzen zwei sorgfältig geschminkte, ausdrucksstarke Augen. Ihre kurzen blonden Haare sind sorgfältig frisiert. Sie ist Mutter von drei Kindern, schon seit Jahren geschieden und Single. Beruflich beschäftigt sich Waltraud mit Zahlen. Sie arbeitet als Beraterin bei einer Bank. Dort lernt sie auch Enrico Bruns kennen. Er ist ihr Kunde. Bei ihrem ersten Termin stellt ihm Enrico auch seine beiden Kinder vor.
33:53
Sie beschreibt ihren ersten Eindruck von ihm so, sehr männlich, geradlinig, ehrgeizig. Ich hatte den Eindruck, dass man sich auf ihn hundertprozentig verlassen kann.
34:03
Irgendwann wird's aus der beruflichen Beziehung von Enrico und Waltraud mehr. Alles beginnt mit einer privaten Verabredung zum Kaffee. Anfangs ist die Bankangestellte misstrauisch, schließlich ist der Bestatter damals erst Anfang 40, also rund 20 Jahre jünger als sie. Aber Enrico verspricht ihr mit seiner warmen, tiefen Stimme, dass ihm der Altersunterschied egal sei und er sich mit ihr ein gemeinsames Leben aufbauen will. Und auch da kannst du dir wahrscheinlich denken, auf dem Bauernhof.
34:33
Insgesamt anderthalb Jahre sind die beiden ein Paar und Waltraud ist zum ersten Mal seit ihrer Scheidung wieder richtig glücklich mit einem Mann. Er schreibt dir Nachrichten wie Guten Morgen, mein Schatz. Ich möchte dir auf dem Wege sagen, dass du was ganz Großes und Besonderes für mich bist. Ich liebe dich. Doch irgendwann braucht Enrico dann Geld. Angeblich kann er sehr günstig an einen Firmenwagen für seine Tochter kommen. Das sei eine einmalige Chance, erklärt er Waltraud. Er habe bereits Fördermittel beantragt, aber die ließen auf sich warten, ob Waltraud ihm aushilfen könne.
35:06
Sie kann. Die Bankberaterin leiht ihm 48.000 Euro von ihrem Sparkonto und besteht darauf, dass er das Geld so schnell wie möglich zurückzahlt. Am Anfang zahlt Enrico auch insgesamt 8.000 Euro, also ein Sechstel der Summe. Doch dann kommt nichts mehr. Und damit nicht genug. Kurze Zeit später erzählt er ihr, dass er die einmalige Chance habe, sehr günstig Urnen zu kaufen, ob sie ihm dafür 20.000 Euro vorstrecken könne. Waltraud Koch lehnt ab. Sie hat ihm bereits ihr komplettes Erspartes geliehen.
35:37
Aber Enrico lässt nicht locker. Er fragt Waltraud ein weiteres Mal nach Geld. Dieses Mal geht es um eine Summe von 55.000 Euro. Und dieses Mal ist der Ton schärfer. Wenn sie ihm nicht helfe, sagte Enrico, würde das Grundstück seiner Kinderzwangs versteigert. Doch Waltraud Koch hat einen Grundsatz. Sie nimmt keine Kredite für jemand anderen auf. Und plötzlich hat Enrico keine Zeit mehr für sie. Geht nicht mal mehr ans Telefon, wenn sie anruft. »Diese Stille, kein Anruf, das tut weh, und zwar sehr«, schreibt sie ihm damals.
36:11
Erst jetzt versteht Waltraud, um was es Enrico wirklich geht. »Da ist mir klar geworden, dass er immer besonders nett war, wenn er Geld wollte.« Natürlich fordert Waltraud ihr Geld zurück, aber ohne Erfolg. Sie nimmt sich einen erfahrenen Anwalt und versucht, das Geld einzuklagen. Doch der macht ihr wenig Hoffnung. Waltraud soll ihre Unterlagen am besten in einen Schrank legen und nie mehr daran denken.« Laut dem Juristen hat sie keine Chance, ihr Geld jemals wiederzusehen. Aber das will die Bankangestellte nicht auf sich sitzen lassen. Sie will es wenigstens versuchen.
36:42
Und man kann vielleicht an der Stelle sagen, dass Waltraud wahrscheinlich die Frau war, die ihn am schnellsten durchschaut hat, aber trotzdem war es schon zu spät, weil sie hatte ihm ja schon Geld gegeben.
36:50
Ja, er scheint ja auch narzisstische Züge zu haben, weil je länger man diesen Fall verfolgt, merkt man ja auch, dass Herr Bruns sich selber auch ganz toll findet. Ja klar. Und... Das ist natürlich, wenn du das so lange durchziehst wie er, ist das ja auch ein Erfolg. Ja, es funktioniert ja, genau. Das ist natürlich, wenn man das alles im Nachhinein herausbekommt, über einen Menschen auch sehr enttäuscht.
37:22
Man ist ja auch über sich selber enttäuscht. Und es ist ja auch so eine Sache, das wird uns ja auch so vorgemacht, dass wenn eine Partnerschaft nicht funktioniert, ist man ja selber dran schuld.
37:35
Stimmt. Und ich glaube, da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an. Das hast du ganz oft bei Betrügern, dass die Opfer weiter bereit sind, da Geld reinzubuttern, weil es einfacher ist, Geld zu verlieren, als sich selber einzugestehen, dass man völlig falsch lag mit der eigenen Menschenkenntnis.
37:50
Und vor allen Dingen vor der Öffentlichkeit.
37:53
Also vor den Nachbarn, vor der Familie. Also besonders, dass wenn du in der Familie schon nicht viel Rückhalt hast. Das ist ja dann oft so, die Frauen sucht er sich ja auch aus. Also das scheinen ja alle Frauen...
38:09
sehr an ihren Männern gehangen zu haben. Die Alexandra hat ihr Kind verloren, aber wo ist ihr Mann? Also das sind alles Frauen, die durch Tod eines Familienmitgliedes auch sehr leiden.
38:26
Weil sie offensichtlich auch alleine sind. Dass sie sich keine Hilfe holen können. Normalerweise sagt man doch, Mensch, da habe ich mit meiner Schwester drüber gesprochen oder meinem Bruder oder ich habe Freunde und ich habe jemanden kennengelernt und die sagen dann, ach du meine Güte. Ja, stimmt, das ist ein wichtiger Punkt. Und er schafft es wahrscheinlich auch immer wieder, seine Frauen zu isolieren.
38:52
Ja. Ja, das stimmt. Also er hat ein gutes Auge dafür, wer die passenden Opfer für ihn sind, könnte man sagen, wenn man es positiv formulieren wollen würde. Alexandra Krüger, du hattest sie gerade angesprochen, hat eben mittlerweile so viel herausgefunden, dass sie Enrico damit konfrontiert. Sie trennt sich von ihm und will natürlich sofort ihr Geld zurück. Und tatsächlich zahlt er ihr einen Teil seiner Schulden, etwas mehr als 20.000 Euro zurück. Doch das reicht Alexandra nicht. Sie macht weiter Druck und vor allem sie forscht weiter nach.
39:25
Dabei stößt sie auf immer mehr Opfer und immer neue Vorwürfe. Unter anderem nimmt Alexandra Kontakt zu einer Frau aus Bayern auf, Bei ihr hatte sich Enrico Bruns nach dem Tod der Mutter der Frau direkt das ganze Haus unter den Nagel gerissen. Die Frau zeigt Enrico Bruns an, doch das Verfahren wird eingestellt. Trotzdem wird Enrico Bruns in seiner Heimatstadt in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin von der Polizei als Bestatter eingesetzt. Und auch das hattest du ja eben schon angesprochen. Das ist Teil seines Erfolges, glaube ich.
39:57
So, und weil ich das schon komisch finde, ist das denn durch diese Polizistin...
40:04
Steckt die da mit drin?
40:07
Ja, also es ist wirklich, die Vorwürfe waren halt schon lange bekannt und das macht es eigentlich noch viel schlimmer. Vor allem, wenn man jetzt eben weiß, dass zum Beispiel beim Bestatterfachverband Mecklenburg-Vorpommern schon seit 2013 regelmäßig Beschwerden über Enrico Bruns und seine Geschäftspraktiken eingegangen sind. Aber das wusste ich vorher auch nicht. Dieser Verband ist mehr oder weniger machtlos, denn in Deutschland kann sich jeder Bestatter nennen, der einen Gewerbeschein besitzt. Also das ist jetzt kein... Beruf, der geschützt ist durch so eine Ausbildungs- oder Meisterpflicht.
40:40
Also du und ich könnten jetzt auch morgen ein Bestattungsinstitut aufmachen. Du, das lass uns doch mal überlegen. Das wäre vielleicht finanziell nicht die schlechteste Idee. Und ja, ganz am Anfang haben wir ja schon darüber gesprochen. Also es kann da die ganze Zeit jemand in einem Beruf arbeiten, in dem man mit besonders verwundbaren Menschen zu tun hat.
40:59
Und auch jetzt rein vom Business her macht Enrico Bruns das sehr geschickt. Alle seine Firmen laufen offiziell auf seine Kinder, obwohl er ja eindeutig alles kontrolliert. Er macht ja auch die ersten Besuche und so. Das machen ja nicht die Kinder, das macht er. Aber wenn dann mal was schief geht in der Firma, dann kann man ihn eben nicht zur Verantwortung ziehen. Ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Bestatter wird später über den Fall sagen, hätte mir jemand erzählt, dass es sowas geben könnte, hätte ich den für verrückt erklärt und gesagt, das macht keiner.
41:27
Ja eben, das macht keiner. Weil man sich auch nicht gegenseitig dann irgendwie... verraten will und nicht jemand anderen an den Karren pisst, will ich jetzt mal so sagen. Ich frage mich ja auch, dass so Leute so lange durchkommen. Was ist das? Liegt das an uns auch, dass wir sagen, naja gut, ich kenne so Leute nicht, das stimmt, aber dass man auch immer dann geneigt ist, nicht anzuzeigen, aber das ist eben ja so.
41:59
Ja, das stimmt. Das ist eine große Hemmschwelle. Die Scham haben wir auch gerade schon drüber gesprochen. Aber ich glaube, es spielt eben eine sehr große Rolle, dass Enrico Bruns eben so eng mit der Polizei in seiner Heimatstadt zusammengearbeitet hat.
42:11
So, und das scheint ja wohl richtig gut zu funktionieren, dass er sich da direkt so eine Polizeiangestellte mal gekrallt hat, die er aber auch nicht um so viel Geld gebeten hat.
42:23
Soweit man das weiß, war das eine Affäre, wo sie zumindest nicht mit Geld bezahlt hat, vielleicht mit anderen Dingen.
42:30
Also immer wenn die Polizei gerufen wird und eine Leiche abtransportiert werden muss, kommt das Bestattungsunternehmen Bruns zum Zug. Enrico ist mit den Polizisten und auch mit den Lokaljournalisten in seiner Heimat Perdue. Und die Polizistin, die er bei der Arbeit kennengelernt hat, mit einer beginnt er sogar eine Affäre, das hatte ich schon erwähnt. Dieser enge Kontakt mit der Polizei führt natürlich dazu, dass ihm seine späteren Opfer direkt vertrauen. So nach dem Motto, wenn die Polizei den empfiehlt, dann kann das ja kein schlechter Mensch sein. Das kann ja kein Verbrecher sein. Und so macht Enrico Bruns immer weiter, klaut bei seinen von der Polizei beauftragten Einsätzen den verstorbenen Geld, Zigaretten und sogar Fernseher.
43:09
Also auch so... So dreist und frech Zigaretten zu klauen und allein dieses Risiko einzugehen für eine Schachtel Zigaretten zeigt ja schon, was das irgendwie für ein Typ ist.
43:19
Ja, weil er weiß natürlich, dass für eine Schachtel Zigaretten sagt da keiner was in einem Haushalt, der da gerade so und so komplett wahrscheinlich aufgelöst werden muss.
43:29
Absolut. Und wenn es dann doch mal eine Anzeige gibt, weil mal wieder Sachen verschwunden sind, dann erkennt das die Staatsanwaltschaft über Jahre nicht, dass es eben keine Einzelfälle sind, sondern dass das immer derselbe Bestatter ist, der dahinter steht. Das finde ich auch so komisch.
43:44
Das finde ich ja ehrlich so komisch, dass auch da diese ganze Juristerei überhaupt nicht vernetzt ist.
43:54
Total seltsam.
43:55
Ich meine gut, die haben viel zu tun, ich bin jetzt hier von außen, aber ich sehe das und das ist ja nicht nur in dem Fall so. Stimmt. Also das hört man ja immer wieder, dass die auch untereinander nicht miteinander sprechen, sondern sagen, der Fall ist abgeschlossen, habe ich nichts mit zu tun, nächster Fall.
44:13
Und diese Anklagen werden eben ganz oft fallen gelassen oder verfahren eingestellt, weil natürlich die Beweislage auch nicht so dolle ist, weil Enrico Bruns ist dann meistens alleine in den Räumen, wo er was klaut.
44:24
Ja gut, aber bei Enrico Bruns würde man ja in ein Wespennest stechen. Theoretisch, wenn man gucken würde.
44:31
Eben. Also da wird ja, wenn da so viel im Argen liegt, wird man ja sagen, ach so, okay, vielleicht sollten wir da auch nochmal reingucken. Und was haben die Eltern auf diesem Bauernhof? Woher haben die denn, die gehen nicht arbeiten? Woher haben die die ganzen Sachen? Also das sage ich jetzt so blauäugig. Wenn du jetzt Ermittler wärst. Wenn ich Ermittler wäre. Ja.
44:54
Aber ich meine, Alexandra hat das ja auch alles rausgefunden.
44:57
Genau, das ist ja eben auch noch ein Punkt. Sie hat das alles über Facebook und Telefonate rausgefunden. Also das hätte auch ein Ermittler von der professionellen Seite, von der Polizei, von der Staatsanwaltschaft rausfinden können.
45:07
Naja, die Polizei da in seinem Ort, die rühren ja besser nicht dran, weil die ja alle mit drin hängen.
45:13
Ja, das stimmt. Also wir können wirklich sagen, es ist sehr gut, dass es eben Alexandra Krüger in diesem Fall gibt, weil sonst wäre das wahrscheinlich nie aufgeklärt worden. Die hat dann irgendwann 2018 so viele Informationen zusammen, dass sie damit zur Polizei geht, um Enrico Bruns anzuzeigen. Und eigentlich müsste es ja jetzt schnell gehen, weil sie hat ja den Ermittlern durch ihre Recherchen ziemlich viel Arbeit abgenommen. Aber es passiert nichts. Nichts. Aber Alexandra lässt nicht locker. Während sie Enrico Bruns immer wieder fragt, wann er endlich ihr Geld zurückzahlt, recherchiert sie weiter.
45:48
Und da erfährt sie eben auch von der Unternehmerin, die Enrico Bruns offenbar noch viel mehr Geld gegeben hat als sie und Waltraud Koch zusammen. Es geht um mehr als 100.000 Euro. Und diese Frau namens Ursula Trautmann gibt Enrico offenbar weiterhin Geld. Weil die Polizei aus Alexandras Sicht nichts unternimmt, muss sie diesen Betrug selbst stoppen. Also besorgt sie sich Ursulas Nummer und ruft sie an. Und damit sind wir sozusagen beim Anfang wieder der Geschichte. Wie ich dir ja schon erzählt habe, glaubt Ursula Alexandra erstmal nicht.
46:19
Und zwar auch, weil die Polizei nichts tut. Weil sie denkt dann, wenn eine Anzeige nicht zu Ermittlungen führt, dann wird an den Vorwürfen wahrscheinlich nichts dran sein. Und er wird wahrscheinlich das ähnlich erzählen, so nach dem Motto, das ist vielleicht eine Ex-Freundin von mir, die mir was Böses will, aber da ist nichts dran, sonst wird die Polizei hier schon längst stehen. Der erste Anruf von Alexandra bei Ursula ist trotzdem der Anfang vom Ende des Liebestraums der Unternehmerin. Irgendwann Versteht Ursula und trennt sich von Enrico und sie will ihr Geld zurück.
46:51
Wir müssen die Finanzen regeln, schreibt sie ihm. Doch der gibt sich empört, er sei gerade mit einem Trauerfall beschäftigt. Irgendwann ruft Ursula Enrico an und sagt ihm, dass sie ihn anzeigen wird. Der Bestatter lacht nur. Er ist sich offenbar komplett sicher, dass ihm niemand was kann. Und juristisch ist das ja wirklich ein bisschen schwierig, wenn es keinen Vertrag gibt und so.
47:14
Also das spricht ja immer mehr, dass es wirklich auch noch zusätzlich ein Verbrecher, aber er ist auch Narzisst. Ja, absolut. Er ist sich sehr sicher und ich glaube, er glaubt dann auch irgendwann, das sagt man ja oft.
47:28
Irgendwann glaubt er seine eigenen Lügen.
47:31
Ja, das hast du ja oft bei diesen Betrügertypen, dass die so viel lügen, dass die irgendwann selbst daran glauben. Und das wird bei ihm, glaube ich, auch so sein. Allerdings muss man sagen, Enrico Bohns hat nicht mit den Frauen gerechnet, die er jahrelang ausgenutzt und betrogen hat. Die suchen sich nämlich jetzt gemeinsam Hilfe bei der Rechtsanwaltin Christine Habeter aus dem kleinen Örtchen Neubuko in Mecklenburg-Vorpommern. Die Juristin wird am Ende insgesamt fünf Opfer von Enrico Bruns vertreten, darunter auch Ursula Trautmann, Alexandra Krüger und Waltraud Koch.
48:03
Die Frauen bilden ein Team, recherchieren, warnen andere und geben einfach nicht auf. Vor allem Alexandra wird so zur gefährlichsten Gegnerin für Enrico Bruns. Mit wie viel Mut und Engagement sie hier tätig ist, das wünschte ich mir von der Staatsanwaltschaft, erklärt Anwältin Christina Habeter voller Bewunderung für ihre Mandantin. Da hat sie natürlich vollkommen recht.
48:25
Ja, das ist natürlich toll. Also das fragt man sich ja auch.
48:31
Natürlich die juristischen Mühlen malen langsam. Das ist ein Sprichwort, das gibt es auch schon ewig. Das habe ich jetzt nicht gerade erfunden. Aber Herr Bruns weiß ja juristisch scheinbar auch sehr gut im Laufe der Jahre, wie er sich verhalten muss.
48:48
Und weiß ja auch, was verjährt und irgendwann ist er einfach auch nicht mehr haftbar.
48:54
Genau, er muss eigentlich nur lange genug warten, dann ist das irgendwann verjährt. Und das ist eben genau das, was die Frauen verhindern wollen. Also sie wollen Enrico Bruns vor Gericht bringen, auch um den betrügerischen Bestatter endlich zu stoppen und andere Frauen vor ihm zu schützen. In der Zwischenzeit hat Alexandra noch zwei weitere Opfer des betrügerischen Bestatters entdeckt. Alfons und Isolde Schnartmann sind ein freundliches Ehepaar um die 80 Jahre. Die beiden leben in einem hübschen Häuschen mit Garten in einer ruhigen Nachbarschaft in der Nähe von Rostock. Doch so langsam wächst den beiden das Haus und das große Grundstück über den Kopf und keines von ihren Kindern möchte die Immobilie übernehmen.
49:31
Das erzählen sie eines schönen Nachmittags im Jahr 2020 beim Kaffeetrinken ihrem Nachbarn. Der ist direkt interessiert und bietet dem Ehepaar an, ihr Haus zu kaufen, das laut Schätzung rund 420.000 Euro wert ist. Der Name des Nachbarns, Enrico Bruns. Dieser macht den Schnahtmanns einen Vorschlag. Er würde den beiden deutlich weniger bezahlen als den Schätzpreis. Dafür hätten beide aber lebenslanges Wohnrecht zur Miete, also für eine relativ günstige Miete.
49:59
Bruns bietet Alfons und Isolde 240.000 Euro. Im Herbst 2020 soll der Vertrag unterschrieben werden. Doch als alle beim Notar sitzen, ist der Käufer plötzlich nicht mehr Enrico Bruns, sondern eine GbR, die aus Bruns Tochter und einer weiteren Frau besteht. Ihr Nachbar begründet das damit, dass er nicht in irgendwelchen Papieren auftauchen will. Die Schnahtmanns denken sich nichts dabei. Schließlich haben sie ihr Geld bekommen und dürfen weiter in ihrem geliebten Häuschen bleiben. Aber mit der Ruhe ist es schnell vorbei.
50:31
Enrico Bruns, der ja offiziell gar nicht ihr Vermieter ist, findet in dem Haus plötzlich ganz viele Mängel, die sofort behoben werden müssen. Es geht um einen angeblich feuchten Keller, falsch verlegte Rohre und insgesamt eine Summe von mehreren 10.000 Euro.
50:47
Und dann fragt Bruns die Schnartmanns im September 2020, ob sie ihm mit 40.000 Euro aushelfen können, nur als Überbrückung und nur für drei Wochen. Dann will er das Geld komplett zurückzahlen. Natürlich passiert das nicht. Stattdessen bietet Enrico dem Ehepaar eine Ratenzahlung über 400 Euro jeden Monat an. Das wären dann zehn Jahre und zehn Jahre überlebe ich nicht, sagt Isolde Schnartmann trocken, weil nochmal zur Erinnerung, die ist da schon über 80. Das ist vielleicht nicht der allerbeste Deal.
51:17
Zusammen mit dem Geld für die angeblichen Reparaturen schuldet Enrico Bruns dem Ehepaar rund 135.000 Euro und damit mehr als die Hälfte von dem Geld, das er den beiden bezahlt hat. Also er hat es ihnen erst gegeben und dann die Hälfte wieder weggenommen sozusagen.
51:31
Aber... Damit nicht genug. Enrico Bruns will das Rentnerpaar offensichtlich loswerden, um in ihrem Haus Ferienwohnungen zu errichten. Dafür macht er den beiden das Leben zur Hölle. Mitten durch ihren Garten lässt er plötzlich Zäune ziehen und verlangt Geld für die Nutzung der Terrasse. Im Winter 2022 stellt er ihnen sogar für acht Wochen die Heizung und das warme Wasser ab.
51:55
Die Enkelin der Schnappmanns muss ihnen in dieser Zeit Wasser in einem Kochtopf erwärmen, damit Alfons und Isolde sich wenigstens waschen können. Der Vertrauensbruch war das Schlimmste, sagt Alfons Schnappmann traurig über diese Zeit in einem Interview mit RTL. Und wieder ist es Alexandra Krüger, die hilft. Sie empfiehlt den Schnappmanns, sich ebenfalls an die Anwältin Christina Habeter zu wenden. Die Juristin stellt Strafanzeige gegen Enrico Bruns, Nur zwei Wochen später überweist der Bestatter dann plötzlich 16.000 Euro an das Ehepaar.
52:28
Spannend, ne? Der wusste, dass er damit nicht durchkommen kann. Ab dem Moment, wo die sich eine Anwältin nehmen, wird das gefährlich. Wahrscheinlich so. Genau, wahrscheinlich so. Und deswegen fängt er dann an zu zahlen. Und nach den 16.000 Euro kommen auch noch weitere Überweisungen. Interessanterweise von Konten, die nicht auf Enrico Bruns Namen laufen. Also auch nicht von seinen Kindern. Ja, ja.
52:50
Kann man an dieser Stelle der Geschichte ausgehen, dass er natürlich wieder fünf Frauen akquiriert hat, die mal eben wieder 40, 140, 200.000 überweisen. Also mich wundert da einfach an diesem, das ist aber auch eine...
53:08
unendliche Kette an unglaublichen Umständen und ich möchte ja fast sagen Unfällen, dass das nicht aufhört.
53:19
Ja, das ist wirklich wild. Also man muss sagen, jetzt nach vielen, vielen Jahren wird auch die Justiz dann mal tätig.
53:27
Am 4. Juli 2022 erhebt die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage gegen Enrico Bruns wegen Betrugs in zehn Fällen. Insgesamt geht es um einen Schaden von fast 200.000 Euro. Um ihn zu verurteilen, muss das Gericht Bruns nachweisen, dass er den Opfern wirklich vorgespielt hat, der erfolgreiche Chef eines Bestattungsinstitutes mit fünf Filialen zu sein, also jemanden. die man ohne Probleme Geld leihen kann. Weil das ist juristisch wirklich der hakelige Punkt. Wenn er wirklich gesagt hätte, keine Ahnung, ich bin fast pleite, bitte schenk mir Geld, ist es was anderes, als wenn er sagt, ich bin total solvent, du kriegst das Geld morgen wieder.
54:04
Und darum geht es eben in diesem Fall. Denn offiziell ist Enrico Bruns bei all diesen Firmen, die seinen Kindern gehören, nicht mal angestellt und er verdient angeblich damit auch kein Geld. Das macht er ehrenamtlich wegen der familiären Bindung, erklärt zum Beispiel Bruns damaliger Verteidiger Benjamin Richard. Und da ist ja die Frage, ob man das so glauben kann, dass jemand pro bono für seine Kinder arbeitet. Ja, das stimmt. Also da braucht man natürlich Beweise.
54:33
Und das scheint lange Zeit schwer nachweisbar gewesen zu sein, dass da wirklich ein Betrug stattgefunden hat, weil Betrug ist es eben nur, wenn den Frauen vorgespielt wurde, dass da ein solventer Geschäftsmann am Start ist. Aber es ist natürlich, dass es jetzt endlich weitergeht für die betroffenen Frauen eine riesige Erleichterung.
54:52
Ich habe damit nicht mehr gerechnet, sagt Alexandra Krüger. Was für ein Wahnsinn, nach all den Jahren endlich eine Anklage. Ich bin sehr stolz auf alle, die durchgehalten haben. Diese ganz unterschiedlichen Frauen haben gemeinsam das geschafft, an dem die Behörden lange gescheitert sind, den betrügerischen Bestatter Enrico Bruns endlich vor Gericht zu bringen. Am 2. Mai 2023 startet dann vor dem Rostocker Amtsgericht der Prozess gegen Enrico Bruns. Er nutzte ihre emotionale Situation planvoll aus, sagt die Staatsanwältin in ihrer Anklage über Enrico und seine Opfer.
55:27
Sein Verteidiger hält dagegen, die Opfer hätten die ganze Zeit gewusst, dass Enrico Bruns kein Geld hatte und deshalb damit rechnen müssen, ihr Geld nie zurückzubekommen. Ursula Trautmann, Alexandra Krüger und Waltrad Koch müssen sich im Gerichtssaal einiges anhören. Die Frauen sind verletzt und verletzte Frauen neigen dazu, dem Partner schaden zu wollen, hatte Bruns Anwalt Benjamin Richard schon vor dem Prozess erklärt.
55:52
Doch damit nicht genug. Bruns Verteidiger greift die Opfer im Gerichtssaal frontal an. Alexandra Krüger wirft da zum Beispiel vor, eine Erpresserin zu sein. Sie habe Bruns mit einem heimlich aufgenommenen Sexvideo unter Druck gesetzt, um ihr Geld zu kriegen. Den anderen Frauen wirft er vor, sie hätten ja etwas für ihr Geld bekommen, nämlich Geschlechtsverkehr. Also das ist halt auch...
56:17
Ja, es ist schon wieder neu. Patriarchat at its best. So, seid mal ruhig. Ihr habt doch wenigstens Sex bekommen und habt das auch sehr genossen, so hat der Anwalt das, glaube ich, ausgedrückt.
56:28
Naja, scheinbar ja schon. Also das weiß ich ja nicht. Also scheinbar haben sie es ja genossen. Das ist ja so eine Sache, aber sie haben es natürlich auch genossen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen.
56:40
Ja, genau das. Und interessant ist auch, finde ich, wie Enrico Bruns in diesem Prozess auftritt. Er sitzt da am ersten Prozesstag ganz betont entspannt in einem blauen Pulli, wirft immer wieder ein Lächeln in den Zuschauerraum. Also es kann durchaus sein, dass da auch wieder eine von seinen Damen sitzt, also eine neue Dame. Und er ist aber schon älter geworden, wie damals einer Reporterin der FAZ schreibt. Das Zitat fand ich sehr schön. Die Zeit nagt an ihm, man möchte sagen, wie an einem verwitterten Grabstein. Ja. Oder?
57:10
Das ist ja Hedwig Kurzmaler.
57:37
»Vor allem aber hofft sie, dass es irgendwie reicht, Enrico Bruns endlich hinter Gitter zu bekommen. Dieser verteidigt sich vor Gericht. Er habe den Opfern nie eine gemeinsame Zukunft versprochen. Ich hatte echte Gefühle zu den Frauen. Es ging immer nur um Sex. Was ich irgendwie ein bisschen Widerspruch finde, aber gut. Also einerseits zu sagen, echte Gefühle, aber dann ging es nur um Sex. Also nur zur Erinnerung, nach meiner Rechnung hatte er zeitweise fünf Frauen gleichzeitig und für die hat er alle echte Gefühle gehabt.« So viel Sex kann es ja dann auch nicht gewesen sein.
58:11
Oder der ist halt sehr ausdauernd, man weiß es nicht so ganz genau. Sein Anwalt betont, alle Frauen hätten Enrico das Geld freiwillig gegeben und er habe ihnen lediglich versprochen, das Geld zurückzuzahlen, wenn er es finanziell schaffen würde. Das ist ja auch wieder so eine juristische Spitzfindigkeit.
58:27
Und vor allen Dingen, was mich da schon wieder so aufregt, ist, dass diese ganzen Schmucks so zusammenhalten und Und den am Ende auch noch bewundern dafür. Boah, der hat fünf Frauen gleichzeitig. Nein, komm, jetzt musst du mal sagen, der hat das doch super gemacht. Und dann über die Seite, jetzt sollen die doch mal ruhig sein. Die haben ja dafür alles bekommen. Und jetzt sollen die doch mal ruhig sein. Das ist so ekelhaft, wie diese Kerle, diese Männer eben auch in diesen höheren Positionen einfach so miteinander funktionieren.
59:03
Das stimmt. Da kommt zusammen, was zusammengehört könnte man, glaube ich, aussagen. Das ist so ekelhaft. Also aus Sicht der Verteidigung liegt eben keine Täuschung im juristischen Sinne vor. Und ob das Gericht das genauso sieht, das zeigt sich am 16. Mai 2023, zwei Wochen nach Prozessbeginn. An diesem Tag haben sich Wolken über den Rostocker Himmel geschoben. Für Mitte Mai ist es recht kühl. Die Richterin findet in ihrem Urteil klare Worte. Der Angeklagte sei immer, Zitat, mit der gleichen Masche vorgegangen und habe die drei Frauen bewusst getäuscht, um sich die Taschen voll zu machen.
59:41
Das Gericht verurteilt Enrico Bruns zu insgesamt elf Einzelstrafen wegen verschiedener Delikte, also nicht nur wegen dem, was er den Frauen angetan hat und verhängt eine Gesamtstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Vor dem Gericht umarmen sich Ursula, Alexandra und Waltraud. Sie haben es endlich, endlich geschafft.
60:01
Ja. Und das ist, naja, drei Jahre.
60:05
Ja.
60:07
Bei so vielen Delikten. Das ist wenig, ne? Ja, finde ich auch. Bei so vielen Delikten. Und es ist natürlich so, wie du auch schon gesagt hast, die Richterin kann Gefühle nicht beurteilen. Das ist richtig. Das ist ja eben juristisch nicht...
60:24
Und darum geht es natürlich immer nach Paragraphen.
60:30
Ja, also ich verstehe natürlich die Sicht der Opfer, dass die sich nicht gesehen fühlen. Aber du hast schon richtig gesagt, da ist der Gerichtssaal nicht der richtige Ort für. Da geht es eben um Fakten und um Paragraphen. Und dort ist ja gerade gesagt, dass dir die Strafe ein bisschen gering vorkommt. Aber dieser Fall ist noch nicht vorbei. Es geht weiter. Enricos Verteidiger legt Berufung gegen das Urteil ein.
60:52
Also das führt natürlich dazu, dass er erstmal auf freiem Fuß bleibt und außerdem läuft gegen ihn mittlerweile ein weiteres Verfahren, bei dem es unter anderem um das Geld geht, das er dem Ehepaar Schnartmann abgeknöpft hat. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft in noch einem weiteren Fall gegen Enrico Bruns. Es geht um ein Bestattungsinstitut in Rostock mit drei Filialen, das er vor Jahren gekauft hat, wobei gekauft nicht das richtige Wort ist. Kurz vor Vertragsunterschrift beim Notar soll dann plötzlich Bruns Tochter als Käuferin eingetragen werden aus Zitat wirtschaftlichen Gründen und die vereinbarten 420.000 Euro Kaufpreis bekommt der Verkäufer nie zu sehen.
61:29
Also es geht längst um viel mehr als das, was Enrico jetzt diesen Frauen angetan hat. Naja und seiner Tochter. Was ist denn mit dieser ominösen Tochter? Ja, die Tochter und der Sohn tauchen halt beide immer wieder in den Verträgen auf, die haben sich aber selber nie dazu geäußert und mein letzter Stand ist, dass gegen die auch ermittelt wird, weil eben da die große Frage ist, wussten die Bescheid oder sind die von ihrem Vater eben auch bescheid? über den Tisch gezogen worden.
61:56
Das würde ich doch mal sagen. Also zumindest sollte man doch in diese Richtung auch mal ermitteln, inwiefern sind die Mitwisser? Ja, absolut. Inwiefern sind die Kinder Komplizen? Die sind ja nicht minderjährig. Die sind ja erwachsen, also sind die ja justiziabel. Also ich meine, wenn mein Vater mit so Geschichten bei mir angekommen wäre, würde ich sagen, hast du es noch alles dazu, dass du deinen Also ich meine, das geht dir doch wahrscheinlich auch so. Stell dir bitte vor, dein Vater sagt, ja, ich habe deine Frau kennengelernt, wir wollen ein neues Beerdigungsinstitut aufbauen und so.
62:33
Das machst du ja bis zu einem gewissen Grad mit. Aber da hängen ja wenigstens diese zehn Personen noch irgendwie da mit drin. Und dann noch deine eigene Mutter.
62:46
Ja.
62:47
Die ja da auch noch lebt. Ja.
62:50
Das muss man ja, die gibt es ja da auch noch, oder nicht? Also die Mutter der Kinder lebt nicht mehr mit denen zusammen, das ist schon die neue Frau, die mit denen da zusammen auf dem Weg geht. Naja, und die, die hängt doch da auch mit drin. Die wusste die ganze Zeit laut ihrer eigenen Aussage nicht, dass es die anderen Frauen gibt. Würde ich auch sagen.
63:06
Aber das sagen die anderen Frauen ja auch, also von daher...
63:09
Ja, also es ist wirklich wild. Also es geht schon längst nicht mehr um das, was Enrico den Frauen angetan hat. Dieser Mann zerstört alle, die ihm vertrauen. Betrug ist, so kann man das sagen, sein Beruf. Das haben mittlerweile, man könnte auch sagen, endlich auch die Behörden verstanden. Am 4. September 2024, also anderthalb Jahre nach dem ersten Prozess, verurteilt das Amtsgericht Rostock Enrico Bruns wegen Betruges unter anderem an Alfons und Isolde Schnatmann zu einer weiteren Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten.
63:41
Außerdem sollen bei ihm mehr als 60.000 Euro als Wertersatz eingezogen werden. Das ist ja gut zu hören. Ja, genau. Die Frage ist halt, ob sie an das Geld kommen. Aber zumindest gibt es nochmal eine weitere Strafe.
63:53
In diesem Verfahren hatte Bruns die Vorwürfe zugegeben und einem Deal zugestimmt. Ob das Ehepaar Schnappmann das Geld wirklich bekommt, ist aber unklar, denn Enrico Bruns ist nach eigenen Angaben arbeitslos und bekommt Bürgergeld. Seine Miete zahlt das Jobcenter. Zwei Monate später sitzt Enrico Bruns wieder vor Gericht. Dieses Mal geht es nicht nur um die Vorwürfe der drei Frauen, sondern auch um den Fall des Ehepaars Schnappmann. Die beiden Verfahren wurden zusammengelegt. Enrico Bruns hat eine neue Verteidigerin und die verständigt sich mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht darauf, dass er die Taten zugibt und dafür eine geringere Strafe bekommt, um das Verfahren abzukürzen.
64:32
Da sind wir wieder bei der überlasteten Justiz, also diese Deals, die offiziell nicht Deals heißen, die gibt es ja häufiger. Und es hat für die betroffenen Frauen den Vorteil, dass sie eben in diesem Verfahren nicht nochmal aussagen müssen und dass sie endlich auch die Wahrheit bekommt. Im November gibt Enrico Bruns dann zu, was längst alle gewusst haben. Er hat den Schmerz der Frauen ausgenutzt und ihnen Gefühle vorgespielt, um sie um ihr Geld zu bringen. Für Ursula, Alexandra und Waltraud ist das eine Erleichterung. Die Zeit der Lügen vor Gericht ist endgültig vorbei.
65:06
Am 9. Dezember 2024 fällt dann das Urteil. In seiner Urteilsbegründung betont der Vorsitzende Richter am Landgericht Rostock, dass die Behörden Enrico Bruns schon viel früher hätten stoppen müssen. Wir machen das heute sehr deutlich, sagt er. Das Gericht verurteilt Bruns wegen Betrugs in insgesamt 19 Fällen zu fünfeinhalb Jahren Haft. Ohne einen Deal wäre die Haftstrafe deutlich höher ausgefallen. Christine Habeter, die Anwältin der betrogenen Frauen, ist trotzdem zufrieden mit dem Urteil. Für Betrug sind fünfeinhalb Jahre Haft eine sehr hohe Strafe, sagt sie.
65:39
Doch auch sie glaubt, dass dieser Fall immer noch nicht zu Ende ist. Schließlich ist immer noch nicht geklärt, wie Bruns all seine Betrügereien begehen konnte, ohne selbst ein Konto zu haben. Und das hatten wir auch schon besprochen, also da ist eben die Frage, was die Kinder gewusst haben müssen. Also ich kann es mir eben nicht vorstellen, dass die Kinder von gar nichts gewusst haben, weil wenn du einen Vertrag unterschreibst, also die sind ja nicht völlig naiv. Aber man kann eben auch nicht ausschließen, dass die vielleicht nicht alles gewusst haben im Sinne von, dass er die auch angelogen hat.
66:12
Aber grundsätzlich ist es doch schon verdächtig. Also ich meine, wenn mein Vater mich in seinem Leben gefragt hätte, pass mal auf, ich muss da so ein Konto öffnen, kannst du das bitte machen unter deinem Namen? Ich kann dir nicht sagen, warum.
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Wie geht man denn damit um? Das ist genau das.
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Da weiß man ja, da stimmt was nicht. Und eine Frage, die du ja auch schon aufgeworfen hast, warum die Polizei die ganze Zeit nichts gemacht hat. Also es drängt sich ja der Verdacht auf, dass da jemand geschützt hat aus den Ermittlungsbehörden. Und der Polizei Rostock ist das natürlich hochnotpeinlich. Eine Sprecherin versucht später zu erklären, warum Enrico Bruns so lange niemand gestoppt hat und sagt dazu, es wirft natürlich kein gutes Licht auf uns, gerade weil er uns ja auch benutzt hat, um seriös zu wirken.
67:02
Obwohl die Ermittlungen gegen den Bestatter längst bekannt waren, habe man weiter mit ihm zusammengearbeitet. Schließlich gelte die Unschuldsvermutung. Also so haben sie es dann versucht irgendwie zu drehen.
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Ja, das machen ja viele.
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Ja, leider. Ist dann auch so. Klar, stimmt. Also der Vertrag ist erst Anfang 2018 aufgelöst worden. Mittlerweile schaut die Polizei in Rostock laut eigenen Angaben viel genauer hin, wen sie für Bestattung beauftragen.
67:29
Das wollte ich gerade sagen. Eine Institution wie die Polizei, die muss natürlich hinter die Kulissen gucken dürfen.
67:40
Absolut. Und das Krasse ist, dass eben Enrico Bruns sogar noch weiter für Überraschungen sorgt. Kurz vor Weihnachten 2024 legt seine Verteidigung Revision gegen das Urteil des Landgerichts Rostock ein. Was ja überraschend kommt, weil man hat sich auf einen Deal eingelassen. Aber knapp einen Monat später zieht die Verteidigerin die Revision dann wieder zurück. Und damit wird das Urteil rechtskräftig. Am Montag, den 5. Mai 2025, tritt Enrico Bruns endlich seine Haftstrafe an. Der betrügerische Bestatter kann jetzt für längere Zeit niemanden mehr belügen.
68:15
Aber seine Opfer, das muss man leider auch sagen, leiden zum Teil noch heute. Das Ehepaar Schnatmann ist aus ihrem Haus ausgezogen. Sie haben die Schikanen nicht mehr ausgehalten. Ihre Enkelin sagt dazu, es ist einfach unfassbar, wie lange jemand mit sowas durchkommen kann, ohne dass da mal die Bremse gezogen wird. Der ehemalige Bestatter, den Enrico Bruns um mehr als 400.000 Euro und damit um seine Altersvorsorge betrogen hat, muss jetzt von einer kleinen Rente von knapp 1.000 Euro leben. Die frühere Bankangestellte Waltraud Koch glaubt trotz der Enttäuschung und dem Betrug von Enrico weiter an die große Liebe.
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Zumindest das hat er ihr nicht nehmen können. Steffi Anders, die früher für Enrico gearbeitet hat, leidet bis heute. Er war meine erste große Liebe. Ich war davor nie verliebt und ich war auch danach nie wieder verliebt, weil das Vertrauen komplett weg ist. Sie hat immer noch Schwierigkeiten, jemandem zu trauen oder sich zu öffnen. Das finde ich ganz, ganz traurig. Und...
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Alexandra Krüger, die mutige Frau, die Enrico Bruns Betrügereien Stück für Stück aufgedeckt und es so geschafft hat, ihn endlich zu stoppen. Den Kredit, den sie damals für ihn aufgenommen hat, den wird sie noch jahrelang abbezahlen müssen und hat dafür einen Nebenjob angenommen. Alexandra hat nicht nur ihren Sohn verloren, sondern auch die Möglichkeit, ungestört um ihr Kind zu trauern, wie sie damals vor Gericht erzählt hat. Er beschmutzt alles, was mit dem Tod meines Kindes zu tun hat. Man kann nicht wirklich zum Friedhof gehen, ohne an ihn zu denken.
69:47
Soweit ich weiß, hat sie es aber mittlerweile geschafft, mit dem Fall abzuschließen und blickt jetzt positiv in ihre Zukunft. Und das ist ja wirklich das Schönste, was man so einem Menschen wünschen kann.
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Ja, das ist natürlich eine sehr schwere Erfahrung, die sie da gemacht hat, klar. Da muss man wirklich einfach mal sagen, weil dieser Fall ist ja schon spektakulär, sonst wäre er ja auch nicht auf deinem Tisch gelandet. Und das ist ja gut, dass das so ist und dass wir darüber sprechen und dass viele Leute das hören und auch Mut macht, Dass es auch Mut macht, mit anderen Leuten sich einfach ein Urteil von Unbeteiligten anzuhören.
70:30
Dass es Mut macht und ich selber für mich auch sagen kann, dass es immer gut ist, sich zu trennen und zu sagen, bis hierher und nicht weiter. Und dann muss man natürlich auch...
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die Konsequenzen in Kauf nehmen. Da muss man sagen, okay, ich habe das Geld gegeben, das Geld ist weg. Fertig, aus. Aber bisher und nicht weiter. Mehr Geld gibt es jetzt nicht. Tschüss. Weg hier. Das wäre das Ideale gewesen. Ja, und das ist ja auch mein Leben... Ich kann mir doch nicht von einer Person mein ganzes Leben so versauen lassen. Und am Ende dann noch, wie die Kinder und die anderen Frauen, diese Polizistin, sich auch noch damit reinziehen lassen in so ein Moloch an Betrug.
71:17
Da geht es ja nicht nur um zwischenmenschliche Sachen, da geht es ja richtig um Betrug. Und wenn man sich da auch noch mit reinziehen lässt, da muss man wirklich aufpassen. Und da hoffe ich immer, dass man gute Freunde hat, auch Familien natürlich, die sagen so bis hierhin und nicht weiter. Absolut.
71:33
Also Moloch an Betrug trifft es perfekt. Wir haben ja heute ganz viel über Lügen gesprochen und über einen Mann, der wahnsinnig viel lügt. Und wenn ihr jetzt die erste Folge von Die Verräter jetzt schon gesehen habt, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe, wisst ihr, dass Ralf ja eben auch zum Lügen kommt. wie soll man sagen, gezwungen wurde durch das Spiel.
71:53
Nein, wir haben da alle freiwillig teilgenommen. Auch wieder wahr. Du warst in einer anderen Rolle als ich. Und ich meine, bei aller Liebe, wir sind da auch hingegangen, um zu gewinnen. Absolut. Ich bin da nicht hingegangen, um sofort rauszufliegen. Aber du hast ja schon gesagt, das ist dir gar nicht so richtig schwer gefallen. Klang, finde ich, am Anfang so mit... Genau. Nein, das ist mir nicht schwer gefallen, weil es ein Spiel ist. Und weil ich vielleicht eine andere Beziehung als Schauspieler und vor allen Dingen als Bühnenschauspieler das anders verarbeite, will ich mal bewusst sagen.
72:31
Und es geht ja auch um Unterhaltung. Ja, total. Aber ich weiß auch, warum ich da hingegangen bin und weiß auch, warum alle anderen, alle 18 sind.
72:42
Beteiligten dahin gegangen sind. So und es kann bei einem Spiel können nicht alle gewinnen.
72:47
Das stimmt, aber ich muss wirklich sagen, ich habe dich so ein bisschen auch als Ruhepol in diesem ganzen Spiel wahrgenommen auf eine Art und ich fand das sehr angenehm, weil es waren nicht alle so abgeklärt wie du, könnte man sagen.
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Danke. Auch das ist natürlich eine Rolle, die ich da gespielt habe, aber das ist eine Rolle, die mir liegt. Ich persönlich hasse es zu lügen. Ich hatte es mir viel zu anstrengend. Ich weiß, dass ich auf der Bühne das kann in einem Stück. Ich mache die Rolle und ich möchte diese Rolle erfüllen und Das ist aber nochmal eine andere Arbeit, als jetzt bei die Verräter als Mitspieler aufzutreten.
73:31
Aber ich hasse es zu lügen. Da müsste ich mir ja Notizen machen und das habe ich natürlich auch gemacht im Spiel. Also das muss man ja mal sagen. Also das ist schon ein Job 24-7. Hast du die Abendsnotizen gemacht? Natürlich, die musste ich mir machen. Ich habe auch jede Nacht die Spielregeln gelesen. Ja, ich auch.
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Weil da kommt man ja völlig, du bist nicht in der Lage, während der Drehzeiten, während du arbeitest, so schnell kannst du oft, also ich nicht, so schnell kann ich nicht switchen, wenn da plötzlich hast du Aufgaben zu erledigen. Das ist ja richtig viel Zeug. Du bist in so einem Spiel drin und dann denkst du natürlich nicht Oder versuchst nicht daran zu denken, wie geht es jetzt weiter.
74:24
Du musst es aber machen, weil du dazu gezwungen bist, sonst fliegst du ja direkt raus. Also das ist schon, wenn du dann drehst, hast du 24-7, bist du dabei.
74:35
Hattest du Angst, dich mal zu verplappern?
74:38
Zwischendurch? Oder warst du die ganze Zeit sicher, dass du gut in deiner Rolle bist?
74:41
Die Angst hatte ich ständig. Und deswegen musste ich mir diese Ruhe, ich musste mich zu zwingen, um mich nicht da drin zu verlieren.
74:53
Glaubst du, dass es für dich einfacher ist, als Schauspieler zu lügen? Ja, ich glaube, also zu lügen, also Rollen zu spielen, und zwar als Bühnenschauspieler noch viel mehr als als Fernsehschauspieler oder als Filmschauspieler. Dann kommt mir aber auch nochmal zugute, dass ich so lange beim ZDF wöchentliche Sendungen hatte, 16 Jahre lang, jede Woche. Als Moderator musst du dich konzentrieren auf deine Gäste und dass das Ding läuft.
75:27
Das kam mir sehr zugute. Und natürlich mich auf der Bühne live...
75:33
auf eine Rolle zu konzentrieren, sodass die Leute denken, der ist das. Stimmt.
75:39
Und das kommt dir zugute bei die Verräter.
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Was ja interessant ist, weil die Schauspieler, die anderen Schauspieler im Cast sich ja häufig aufgeregt haben, dass sie per se verdächtig sind, weil sie Schauspieler sind. Also ob ihres Jobs. Aber ist ja nun mal so.
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Da muss ich sagen, und das habe ich ja auch während dem Stück, glaube ich, gesagt, ja, welcome to the club oder what you do, darling. So, dann sage ich das ab. Dann muss ich sagen, nee, das kann ich nicht.
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Da gehe ich nicht hin. Also, weißt du, für mich war es so, du hast ja auch eben gesagt, man tritt da ja nicht an, um sofort rauszufliegen. Du willst ja gewinnen. Und für mich war, weil ich ja auch die anderen Staffeln gesehen habe, völlig klar, dass ich am Anfang nicht so auf die Kacke hauen darf mit meinem Job. Weil man hat es zum Beispiel bei Timon Krause gesehen, der in der Staffel vor uns gesagt hat, hier, ich bin Gedankenleser und ich erkenne jeden Lügner, ist er die erste Nacht gekillt worden.
76:36
Hätte man drauf kommen können. Aber er war dabei. Der einzige Vorteil ist natürlich, das muss man ja auch sagen, wenn die Agenturen gut verhandeln, Das ist natürlich der höchste Schnitt an Gase. Du hast einen guten Tagessatz, das stimmt. Den er kriegt. Das stimmt. Der hat natürlich am Tag so viel verdient, wie wir die nächste Zeit. Also das teilt sich ja auf, das Geld, weißt du. Und das ist natürlich... Ja, genau.
77:23
Aber sonst hätte es mich wahrscheinlich auch schnell erwischen können. Und da muss man halt ein bisschen sich, glaube ich, vorher was zurechtlegen. Aber ich sehe, wir schweifen hier schon wieder komplett ab.
77:33
Ja, weil es ist aber auch ein geiles Format. Also lass uns da mal drauf vereinigen. Ich meine, gut, wir beide sind uns da ja einig. Das stimmt. Aber es ist einfach auch ein geiles Format. Und ich habe mich so gefreut, als die Anfrage kam. Und ich habe mich vor allen Dingen so gefreut, Ich hätte in den Staffeln davor gar nicht die Zeit gehabt. Ich hatte ja in der Zeit Urlaub. Eigentlich, den hatte ich auch nötig. Aber ich durfte ja nicht drüber sprechen.
78:00
Stimmt, man darf es ja auch keinem erzählen. Es ist ein geiles Format und ohne uns zu sehr auf die Schultern zu klopfen. Ich glaube, wir haben eine fantastische Staffel hingelegt.
78:09
Ich finde auch. Ich fand die anderen Staffeln auch ganz toll.
78:15
Muss ich ehrlich sagen. Aber toi, toi, toi, die vierte Staffel ist, und das müssen wir ja vielleicht den Zuhörern jetzt auch nochmal sagen, wir wissen ja gar nicht, was in dieser Sendung passiert. Wir kennen ja nur unsere Rollen. Richtig. Wir kennen nur das, was wir gemacht haben. Das ist natürlich auch von den Machern toll so gelöst. Das muss man auch mal sagen. Ich muss ein großes Kompliment an die Kollegen, die das hinter den Kulissen machen.
78:45
Das ist schon auch für die eine Riesennummer. Und wenn das nicht zusammenhält, weißt du...
78:51
Darum wird es natürlich für den Zuschauer, die merken das ja.
78:55
Der Zuschauer weiß ja viel mehr als wir. Das ist wohl so und deswegen an euch, ihr könnt euch das angucken mit Ralf, mit mir ab dem 17. August um 20.15 Uhr bei RTL und natürlich im Stream auf RTL Plus. Ab dem 3. August. Ab dem 3. genau und bei RTL Plus könnt ihr übrigens auch alle Folgen von Verbrechen von dem an schon zwei Wochen früher hören. Ja. Also schaut es euch an. Also es ist wirklich völlige Empfehlung. Ich kann gar nichts mehr dazu sagen. Es ist großartig. Es hat so Spaß gemacht. Und für mich war es auch wirklich toll, so viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen und auch zu merken, dass das irgendwie funktioniert und dass ich mit allen irgendwie einen Weg finde, klar zu kommen auf eine Art.
79:33
Ja, das muss ich auch sagen.
79:36
Und ich muss mir natürlich hier unsere Folge sofort anhören.
79:39
Sehr gut. Das kannst du dann parallel sozusagen. Und wenn diese Folge läuft, rauskommt, sehen wir uns schon wieder auf der Premiere von den Verrätern.
79:50
Wo ich ja nicht bin, weil ich auf der Bühne stehe. Das wusste ich gar nicht.
79:55
Ja, ich spiele ja Jedermann. Also ich meine, das kann ich auch nochmal sagen. Also ich spiele dann auch im Jedermann den Mammon. Auch eine sehr schöne Rolle, die dazu auch passt. Wir fangen an mit Bremen, dann kommt Weimar, Coburg und das läuft parallel zu den Verrätern.
80:12
Das heißt, du bist auf den Bühnen, du bist im Fernsehen, du bist im Podcast. Ralf Morgenstern ist überall. So, dank dir jetzt sitze ich hier. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich kann das nur zurückgeben. Dankeschön, Ralf. Und ich hoffe, dass wir uns ganz bald wieder irgendwo über den Weg laufen, sei es in Berlin oder anderswo. Genau. Auf jeden Fall.
80:35
Dankeschön. Vielen Dank.
80:37
Tschüss. Tschüss. Verbrechen von nebenan. True Crime aus der Nachbarschaft. Mehr Infos und Fotos zu unseren Fällen findet ihr auf unserer Facebook- und unserer Instagram-Seite.